Verhinderungspflege

 

Was ist Verhinderungspflege?

 

Die Verhinderungspflege ist die Vertretung einer privaten Pflegeperson in der häuslichen Pflege, wenn diese vorübergehend ausfällt. Die Pflegeversicherung übernimmt die Kosten der Ersatzpflege. Sie kann für maximal 42 Tage, also sechs Wochen, im Jahr in Anspruch genommen werden (bisher waren es bis zu 28 Tage; Stand 2015).

Wie diese 42 Tage auf das Jahr verteilt werden, bleibt dabei weiterhin dem Einzelnen überlassen. Die Pflege kann wochen-, tage- oder stundenweise in Anspruch genommen werden.

Bevor diese Art der Pflege beantragt wird, muss die Pflegekraft die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate lang in ihrer häuslichen Umgebung versorgt haben. Die Verhinderungspflege kann von einer erwerbsmäßig tätigen Pflegeperson übernommen werden, die mit dem Pflegebedürftigen nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert ist. Auch Nachbarn oder Bekannte können die Aufgabe übernehmen.

 

Die Verhinderungspflege-Leistungen der Pflegeversicherung umfassen maximal 1.612 € pro Kalenderjahr. Die Höhe der bewilligten Leistung hängt dabei davon ab, von wem die Pflege übernommen wird. Handelt es sich um einen ambulanten Pflegedienst, eine erwerbsmäßig tätige Pflegeperson, um entfernte Verwandte oder Nachbarn, kann die Verhinderungspflege bis zu 1.612 € betragen. Die Zeit, in der der pflegende Angehörige vertretenen wird, wird stundenweise abgerechnet.

Wenn die Verhinderungspflege jedoch von nahen Angehörigen übernommen wird, die nicht im Pflegebereich erwerbstätig sind, wird von den Pflegekassen lediglich der Betrag des Pflegegeldes ausgezahlt. Dieser fällt je nach Pflegerad unterschiedlich aus. Doch auch hier können die Leistungen auf bis zu 1.612 € aufgestockt werden – wenn nachgewiesen wird, dass besondere Aufwendungen der Pflegeperson notwendig sind (z.B. Verdienstausfall oder Fahrtkosten).

 

 

 

Wie hoch ist mein Anspruch als naher Angehöriger?

 

Die Pflegekasse zahlt die Verhinderungspflege nach Pflegegraden gestaffelt. Ihr Anspruch an die Pflegeversicherung beträgt das 1,5-fache des monatlichen Pflegegeldes, da mit einer maximal 6wöchigen Verhinderungspflege gerechnet wird (Stand 2017):

 

 

PG 1:                  0,00 €

PG 2:              474,00 €

PG 3:              817,50 €

PG 4:            1092,00 €

PG 5:            1351,50 €

 

 

Wie schon zuvor erwähnt, kann auch im Fall, dass ein naher Angehöriger die Verhinderungspflege übernimmt, auf die vollen Leistungen der Ersatzpflege von 1.612 € aufgestockt werden, wenn besondere Kosten anfallen oder Aufwendungen wie Verdienstausfall notwendig sind.

Wenn weiter entfernte Verwandte oder Freunde sowie ein professioneller Pflegedienst die Verhinderungspflege übernimmt, wird pauschal der Maximalbetrag von 1.612 € veranschlagt.

 

 

Verhinderungspflege und Pflegegeld

 

Seit dem Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes ist es zudem so, dass während der Zeit der Ersatzpflege das Pflegegeld weiterhin zur Hälfte gezahlt wird. Allerdings wird das Pflegegeld nicht gekürzt, wenn die Verhinderungspflege weniger als/genau 8 Stunden in einem Zeitraum von weniger als/genau 2 Tagen in Anspruch nimmt.

 

 

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege

 

Es können 50% der Leistungen für Kurzzeitpflege (diese beträgt ebenfalls 1.612€ pro Jahr) mit der Verhinderungspflege kombiniert werden. Die Bedingung dafür ist allerdings, dass die Leistung auf Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr noch nicht beansprucht wurde. Werden beide Beträge miteinander kombiniert, kann also von einem jährlich maximal auszuzahlenden Betrag von 2.418 € ausgegangen werden.

 

(Quelle: jedermann-gruppe.de)

 

Voraussetzung: Antrag stellen!

Wichtig ist es, einen Antrag auf Verhinderungspflege zu stellen. Dieser Antrag wird bei der entsprechenden Pflegeversicherung oder auch bei der Krankenkasse eingereicht. Es ist jedoch keine Voraussetzung für den Erhalt der Leistung, dass der Antrag im Voraus gestellt wurde, das heißt, auch im Nachhinein kann das Geld noch ausgezahlt werden. Wenden Sie sich für den Antrag der Ersatzpflege einfach an uns oder Ihre Krankenkasse!

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Zusätzlich zu unseren Leistungen als Pflegedienst bieten wir Ihnen an:

  • Vermittlung von Fußpflege vom Fachpersonal
  • Hilfe nach Krankenhausaufenthalt
  • Hilfe bei Behördengängen
  • Serviceleistungen (wie z.B. Rezepte abholen u. einlösen, einkaufen, Reinigen der Wohnung, uvm.)
  • zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45 b SGB XI
  • Erstellung von Pflegegutachten
  • Unterstützung bei der Erstellung von rechtlich gültigen Patientenver-fügungen und Vorsorgevoll-machten
  • Vermittlung von Essen auf Rädern, Physio-, Ergotherapie und Logopädie
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